Administrativmassnahmen

Als Administrativmassnahmen gegenüber Fahrzeugführern werden alle Anordnungen der zuständigen Strassenverkehrsbehörde bezeichnet, welche das Verhalten von fehlbaren Fahrzeuglenkern in positivem Sinne beeinflussen sollen oder dazu dienen, nicht fahrgeeignete Personen vom Verkehr fernzuhalten.
Die Verwaltungsbehörde des Wohnortkantons – im Kanton Freiburg die Kommission für Administrativmassnahmen im Strassenverkehr (KAM) – ist für die Anordnung dieser im Bundesgesetz über den Strassenverkehr (SVG; SR 741.01; insbesondere Art. 14 und ff.) vorgesehenen Massnahmen gegenüber der betroffenen Person zuständig (Art. 22 SVG). Als solche Massnahmen fallen gestützt auf das SVG und die Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV; SR 741.51) u.a. in Betracht:

  • Verweigerung eines Lernfahr- oder Führerausweises
  • Verwarnung
  • Anordnung von Verkehrsunterricht
  • Befristeter Entzug des Führerausweises für Motorfahrzeuge (auch Motorfahrräder)
  • Aberkennung des Rechts, von einem ausländischen Führerausweis in der Schweiz Gebrauch zu machen
  • Kontrollfahrt oder neue Führerprüfung
  • Anordnung einer verkehrsmedizinischen oder -psychologischen Untersuchung zur Abklärung der Fahreignung
  • Sicherungsentzug des Führerausweises auf unbestimmte Zeit wegen fehlender Fahreignung

Die Art der Massnahme richtet sich nach der Schwere der begangenen Verkehrswiderhandlung. Das SVG unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und schweren (Art. 16c SVG) Widerhandlungen.

Bei der Beurteilung der Frage, ob eine Widerhandlung als leicht, mittelschwer oder schwer einzustufen ist, ist der automobilistische Leumund wie auch die berufliche Notwendigkeit, ein Fahrzeug zu führen, unbeachtlich. Dem Leumund wie auch der beruflichen Sanktions-empfindlichkeit kann nur bei der Festsetzung der Massnahmendauer mildernd Rechnung getragen werden.